Recycling

Donnerstag, 19. Februar 2009

Für mich war sie schon immer da, ich bin damit aufgewachsen und machte mir nie Gedanken darüber: die Mülltrennung. Eine ganz einfache Möglichkeit, Kosten und Energie zu sparen, die Umwelt zu schonen und unseren Abfall wiederverwendbar zu machen.

Doch was für viele von uns selbstverständlich ist und einfach zum Alltag dazu gehört, ist für die Amerikaner nahezu eine Revolution.
Mülltrennung? Fremdwort! Manchmal frage ich mich tatsächlich, wo ich hier gelandet bin. Einerseits sind die Vereinigten Staaten eine Weltmacht, stark und groß und, man müsste meinen, von Fortschritt geprägt. Das mag auch in einigen Gebieten zutreffen – was allerdings Themen wie Banksicherheit oder Umweltschutz angeht, definitiv nicht.
Aber jeder muss erst einmal begreifen, dass manche Dinge ebenso wichtig sind wie andere. So wurde jetzt im Jahre 2009 ein Mülltrennungssystem bei meiner Praktikumsstelle eingeführt und die erste volle Tüte mit Plastikflaschen gefeiert.

“This week we collected the first 40-gallon bag of plastic drink bottles for recycling instead of going directly to the landfill!”

Für mich klingt das alles surreal. Ich bin jedoch froh, dass sich auch im verschwenderischen Amerika so langsam etwas tut und sich das Mülltrennen und Plastikflaschensammeln zum spaßigen Freizeitvergnügen entwickelt. Wer hätte das gedacht?

Valentinstag einmal anders

Montag, 16. Februar 2009

Gestern war Valentinstag, und wie alle Feierlichkeiten in den USA wurde auch auf diesen Tag hingefiebert. Kinder in den Schulen bastelten kleine Valentinstags-Briefkästen, um eine Box für die Karten, welche sie von ihren Schulkameraden bekamen, auf die Schulbank stellen zu können.
Ich bastelte keinen Briefkasten, aber kaufte Valentinstags M&Ms, welche mindestens genauso gut waren. :)

Philipp und ich unternahmen gestern eine schöne Fototour. Ausgestattet mit meiner Spiegelreflexkamera und einem vollen Tank, fuhren wir einfach los, ohne Ziel und Richtung. Wann immer wir etwas typisch Amerikanisches oder einfach nur Interessantes und Schönes fanden, hielten wir an und schossen Bilder. Es hat wirklich viel Spaß gemacht und wir haben uralte Tankstellen und wertvolle Autos gefunden.

Am Abend schlenderten wir noch durch die Mall in Spartanburg und kauften schließlich noch ein Adventure Computerspiel, um die Nacht durchzuzocken. Daheim gab es leckere Käse-Jalapeños, verschiedene Snacks und tropische Cocktails. Getanzt wurde zu 80er-Jahre-Musik und nach dem dritten Cocktail waren wir beide so müde, dass wir gerade mal ein paar Minuten unser neues Computerspiel spielen konnten, bevor wir ins Bett fielen.

War aber echt ein schöner Tag und der Abend hat viel Spaß gemacht, weshalb das jetzt auch ein Blogeintrag für schöne Erinnerungen wert ist. :)

Alte Exxon Tankstelle

Alte Exxon Tankstelle

My Reebok

Samstag, 7. Februar 2009

Ich habe lange gezögert mit der Bestellung, da es kein Umtauschrecht gibt. Aber, kurz vor meiner Abreise, habe ich ihn nun doch kreiert: meinen ganz eigenen Reebok-Schuh, personalisiert mit meinem Namen.

Reebok.com bietet diese Möglichkeit schon seit einiger Zeit, allerdings nur für US-Ansässige. Man hat die Möglichkeit, mehrere Schuh-Modelle auf das Detail genau farblich anzupassen, von der Sohle bis zur Zungenlasche. Ich finde das total super, da man nun endlich die Farben auf seinen Schuhen haben kann, die man auch wirklich will – und in der Kombination, wie sie einem am Besten gefällt. Schade nur, dass es produktionsbedingt nicht allzu viel Farbauswahl gibt.

Deswegen bin ich bei meinem Design schlicht gewesen. Ich habe Blau- und Rottöne verwendet und mit einem Beige abgeglichen, da ich solche Schuhfarben noch nicht besitze. Und um dem Ganzen noch eine persönliche Note zu verleihen, ist hinten ein dickes ‘M’ eingestickt und oben steht nicht ‘REEBOK’, sondern Marke ‘MAIKE’. :D

Maikes Reebok Schuh

Maikes Reebok Schuh

Feststellungen

Mittwoch, 4. Februar 2009

Nach mehr als 100 Tagen Praktikum in einem amerikanische Unternehmen und über sechs Monaten Aufenthalt in den USA fallen mir nun gewisse Dinge auf, die teilweise auch etwas unangenehm erscheinen.

Zum Beispiel musste ich gerade nachschlagen, ob man ‘heißt’ mit scharfem ß schreibt oder mit ss. Durch die amerikanische Tastatur acht Stunden täglich wird meine Grammatik total verhunzt.

Dagegen habe ich, laut der meiner Meinung nach sehr unzuverlässigen amerikanischen Waage, durch den ganzen Burgerfraß nicht etwa zugenommen, nein, ich habe abgenommen. Okay, 45 Minuten Workout jeden Tag und zweimal die Woche Crosstrainer sind wohl der Grund, aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe Schlimmeres erwartet.

Womit ich andererseits gar nicht gerechnet hatte, war der verspätete Ausbruch der Pubertät – zumindest was mein Gesicht angeht. Ich sehe mittlerweile aus wie ein Streuselkuchen und habe fünf verschiedene Anti-Akne-Produkte am Waschbecken stehen. Bringt’s was? Natürlich nicht. Ich nehme an, das alles gründelt in den Zusatzstoffen, die im amerikanischen Essen sind. Ich esse maximal einen Burger pro Woche und achte gerade hier besonders auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung; zumindest nasche ich nicht mehr, als sonst auch.

Jetzt, drei Wochen bevor ich aus dem Appartement ausziehen muss, kommen auch langsam panische Gefühle in mir auf. Was muss noch alles erledigt werden? Welche Bestellungen müssen noch gemacht werden? Wie oft kann ich noch bei Taco Bell essen? Wo muss ich noch hin? Was darf ich nicht vergessen?

Ja, das Praxissemester neigt sich dem Ende zu. Einerseits kann ich irgendwie von diesem Land voller Überraschungen und Abenteuern nicht genug bekommen. Andererseits sehne ich mich auch wieder nach etwas mehr Realität und den eigenen vier Wänden. Egal was kommt, es bleibt spannend!

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